SE 289: Sven fährt Bahn

Es ist passiert! Sven ist – wenn auch nur für eine Weile – auf die Bahn umgestiegen. Seine unverstellten Erfahrungen als Neu-Bahnfahrer hat er dabei direkt aufgenommen und teilt sie in dieser Folge mit Cornelis und den Hörer:innen.

Links zur Folge:

3 Gedanken zu „SE 289: Sven fährt Bahn

  1. Achja, die Bahn…. ich bin auch nur mit Öffis unterwegs, und was man erleben muß, ist schon teilweise haarsträubend.

    DB Navigator benutze ich nie, sondern immer die Webseite auf einem ordentlichen Monitor. Ich halte nicht viel von kleinen Displays, wo immer nur wenig angezeigt wird und alles nicht übersichtlich ist. Bzw ja, ich hab die App natürlich trotzdem, aber sie ist mit dem Konto verbunden und ich kann dann die Verbindung auch online aufrufen. Habe aber trotzdem lieber die Fahrkarte ausgedruckt. Ich habe keinen Bock auf kaputtes Handy und Schwarzfahr-„Bonus“. Das wird hier leider immer so gemacht, daß der Kunde eher stört bzw im Zweifel gegen den Angeklagten.
    In Japan sind diese Ticket-Gates immer offen und gehen nur zu, wenn man sich nicht ausweist, ist einfach schneller so herum. Die Logik ist also genau anders herum. In diese Zonen kommt man auch mit dem billigsten Ticket und kann sonstwieweit fahren. Man kommt dann natürlich nicht aus dem Gate wieder raus, kann aber dann hier genau den passenden Betrag zahlen, für den man unterwegs war. Kein Wabensystem etc oder ich kaufe mir grundsätzlich das größte Ticket, weil die Zonen unüberschaubar sind ohne ein Studium grundsätzlich zu viel bezahlt wird.
    https://www.reddit.com/r/de/comments/c18q0r/das_heilige_tarifgebiet_deutscher_nation/
    Auch hier wieder … mit dem Kunden in Japan, gegen den Kunden in D/Europa.

    Sitze… ohje, da ist was schlechtes passiert in den letzten 20 Jahren. keine Ahnung, was in die geritten ist, das ist aber auch in Bussen etc so. Mit Stoff überspannte Holzsitze statt Polster…. wie geht es noch schlechter, ohne halt „Holzklasse“ zu offensichtlich werden zu lassen. Und ja, die Sitzaufrechthaltung in ICE4 ist furchtbar, so einen IC hab ich noch nicht gehabt. Wahrscheinlich ist der Grund hier einfach der pure Hass auf den Kunden, wie kann man es noch billiger machen (zb durch Beanspruchung bzw auch mutwillige Verschmutzungen, wo dann nur ein Austausch bleibt). Ryanair bin ich noch nie geflogen und das wird auch so bleiben, aber Easyjet hat nach Corona auch einen deutlichen Sprung nach hinten gemacht. Nun bekommt man nicht mal mehr das Gepäck unter den Vordersitz, ka warum sie die Sitze 5cm tiefer gebaut haben oder was auch immer. Ich glaube es muß erst noch eine ganze Weile viel schlechter werden, bevor ein Mistgabel-Aufstand kommt.

    Gleiswechsel… ich glaube da hat jemand erkannt, daß der Gleiswechsel unpraktisch war, weil eben der Bahnsteig gewechselt wurde und hat das „optimiert“. Von 11 auf 9 und dann auf 12 sagt mir (zwar ohne Bhf Kenntnis) also, daß es dann eigentlich ein Gleiswechsel auf dem gleichen Bahnsteig (11->12) war, hätte also ideal geklappt, wenn man nicht vorher die falsche Info herausgegeben hätte und die Leute 2x die Treppen heraufgescheucht hätte.

    Essen ist auch so eine Sache, diese Backwaren kaufe ich grundsätzlich nicht, und hab so einen Reinfall auch noch nicht erlebt. Aber die Position dort ist genau so, wie Betrug möglich ist. Der Kunde kommt eh nicht nochmal, dem können wir so richtig einen reinwürgen. Ich kenne solche halben Brote bisher nur von „Witz“bildern und habe die eher in die USA (Kapitalismus pur) sortiert, daß das hier auch so sein würde, hab ich noch nicht gedacht. Ich nehme mir entweder was mit für die Bahn, oder nutze diese Franchise-Unternehmen wie Subway oder auch McDonalds. Das sind dann standardisierte Produkte. Und ja, Franchise und deren Ausprägung gegenüber den „Ladenbesitzern“ ist eigentlich doof.
    Bei der Erklärung zu der halben Schnitte kommt mir jedoch auch noch der erste Kontakt mit „Westdeutschland“ wieder in Erinnerung. Nun Storys aus der ewigen Vergangenheit. 😉 Das erste West-Brötchen (und alle Folgenden) erwies sich auch als ein Luftbrötchen, sieht von außen toll aus, ist aber total hohl. Da wußte man als Ossi gleich, woran man war im glorreichen Westen. 😉 Im Ostbrötchen (und nach Fackelaufstand in Bäckereien in Westberlin) war es so, daß auch im Brötchen ordentlich Teig ist. Als Kind hat man gern einen Bissen genommen und das Brötchen ausgehöhlt, indem man den ganzen Teig rausgerissen hat und extra gegessen hat. Aber beim Westbrötchen war das von vorn herein eine Luftnummer, außen hui, innen pfui. Das wog immer nur die Hälfte. Die Westverwandtschaft, die man dann damit „zur Rede“ stellte, sagte, daß das doch vollkommen normal ist…. So, genug Geschichtsstunde. 😉

    Meine letzte total abenteuerliche Reise ging eigentlich 2,5h zuerst mit RE, dann RB. Diese Wochen (ich konnte aber nicht länger warten, es wurde Winter) waren jedoch mit Schienenersatzverkehr mit Bus gesegnet (dann regulär 3h Fahrzeit), und es klappte sowieso nicht. Aber nichtmal dieser Plan wurde eingehalten, da natürlich der RE schon verspätete. Ich bekam an dem Tag 20 (!!!!) Mails zum aktuellen Status. Ein Schildbürgerstreich.
    RE verspätet sich um 10min.
    RB zum Busstartpunkt des Schienenersatzverkehrs verspätet sich um 17min.
    Ankunft verspätet sich um 12min.
    Mein Anschluß wird wieder erreicht. (2x)
    Mein Anschluß ist nicht erreichbar (6min später als die Meldung eben!).
    RE verspätet sich um 20min.
    31min.
    33min.
    25min.
    Ankunft ist wieder pünktzlich !?! (wtf? nein war es nicht)
    Anschluß wird wieder erreicht.
    Anschluß ist nicht erreichbar. (+2min zur Vormail)
    Verspätung um 30min.
    RB verspätet sich nur noch um 7min. (erreiche ich aber nicht mehr!)
    Ankunft wäre dann „planmäßig“ (=5min Verspätung)
    Schienenersatzverkehr wird wieder erreicht.
    Schienenersatzverkehr ist nicht erreichbar.
    Ankunft verspätet sich um 10min. (aber ich kann nicht drin sitzen! Danke für’s vorhalten!)
    Das war ein Erlebnis..
    Aus 2,5h wurden dann 4,5h. Eigentlich müßte dann die Kompensation (für 2h später) nicht 50% des Fahrpreises sein (und dank Sparticket oder so sowieso relativ günstig), sondern man müßte für jede Stunde später mindestens Mindestlohn bekommen. Bei ICE-Tickets die regulär (und nicht im Sparpreis) gekauft werden, bekommt man durch 25% bzw 50% sicher mehr wieder, aber das meine Zeit weniger wert wird, weil ich weniger bezahlt habe (oder durch Bahncard-„Rabatt“ !!!), und sich das dann eben auf die Erstattung auswirkt, ist ein Unding.
    Auf der Rückfahrt verpasste ich den Schienenersatzbus leider etwas (mein Fehler), also 1h später. Dieser Bus endete jedoch ohne Anschluß des RBs, der fiel dann auch einfach aus, ja danke. Mein Plan war eigentlich in der RE/RB-Umsteigestadt noch etwas Aufenthalt zu haben, der sich nun um 2h verkürzt hatte. Der RE zurück nach Berlin am Abend war dann wieder alles ok. Kompensation für die 1h (Ausfall der RB) ging hier nicht, das war nicht vorgesehen. Ich bin ja pünktlich in Berlin angekommen. Danke auch für Nix.
    Oder meine Fahrt nach Aarhus vor 2 Jahren. Scheiterte schon an der Verspätung des ICEs von Berlin nach Hamburg, so daß ich dort fast 2h Aufenthalt hatte, aber gut für die Klärung der Sitzplatzreservierung. (die Taktung der dänischen Bahn war nur 2h). Da es aber Sonderaufenthaltte kurz nach der Grenze gab, und die Verbindung (+2h) sowieso einen Wechsel nochmal in Mitteldänemark bedeutete (deswegen wollte ich diese Verbindung ja nicht!), ging das alles durcheinander. Aber hier hatte ich Glück, denn ein vorheriger Zug hatte auch Verspätung, in den ich dann umstieg und ich war eben nicht mit +2h später, sondern nur noch +1,5h.
    Oder dieses Starkregenereignis in Südfrankreich… 😉
    Oder der Streik abends für die Rückfahrt in Italien… 😉
    Oder die Fahrt von Oslo nach Stockholm, die pünktlich losgefahren ist, aber irgendwo so herumgebummelt hat, daß es doch ne Stunde Verspätung wurde. Es war aber Direktverbindung, von daher „egal“. (nein eigentlich nicht, aber es kann sich nicht noch kumulieren.
    Erstattung als Ausländer auch immer schwer zu bekommen.

    In Berlin funktioniert es auch oft nicht, und das S-Bahn-Chaos ist seit Jahren nicht wirklich besser geworden. Im Zentrum ist es ok, aber wehe man wohnt hier etwas außerhalb und ist von genau einer S-Linie abhängig….

    Ach Bahngeschichten, ein ganzes Buch könnte ich schreiben… na hab ich ja hier jetzt fast. :o)

    Ich fahre trotzdem aus Prinzip Bahn, weil ich die Zeit eben nutzen kann, und sei es eben nur Podcasts und Fenstergucken, was bei einer Autofahrt so halt nicht geht.
    Aber es ist noch gewaltig Luft nach oben…

    • Holla! Du hast soeben die Krone des umfangreichsten Kommentars dieses Podcasts zu dir geholt, Respekt und vielen Dank!

      Ich finde es immer wieder interessant, wie unterschiedlich die Erfahrungen der „Ticketfahrenden“ und Zeitkartenfahrenden sind. Ich habe ja nahezu nie gebuchte Verbindungen hinterlegt (nur manchmal im internationalen Verkehr) und bekomme daher auch nie diese wilden Mails bzw. Push-Nachrichten. Ich bin jedoch (vielleicht auch gerade deswegen) recht eng mit dem Navigator verwoben und suche dort eigentlich alle Infos, die man braucht (habe aber auch sämtliche Verrenkungen im Muskelgedächtnis um mich hin und her durch alle nötigen Screens zu wischen). Anders geht es aber auch für mich kaum, da ich ja grundsätzlich spontan fahre und mir immer dynamisch alle Infos hole, auch über Verspätungen und Gleiswechsel. Das ständige Reloaden der App ist mein Standard-Modus, alles anderes (Ansagen, Mails, Displays am Bahnhof) ist mir fast komplett egal. Ich lebe quasi im Navigator 😉
      (Deswegen auch sehr gespannt, was sie mit dem Next Navigator machen – noch fehlen mir da viele Infos und ich kann das Ding nicht benutzen).

      Ich geben zu, dass ich leider irgendwie auch das Chaos oft spannenden finde, wenn absehbar bleibt, dass ich mein Ziel erreiche. Meist klappt das auch (nur im letzten Jahr ist mein Grundvertrauen echt zu oft erschüttert worden). Und der Gedanke, stattdessen in einem Auto zu sitzen, in dem ich die ganze Zeit wach sein muss, Abgase abbekomme und im Stau mindestens ebenso wenig absehen kann, wann ich ankommen – no way! 🙂

      (Jaja, der Starkregen in Südfrankreich … der hat uns ja beide getroffen. Herbst 2021, oder?)

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